Wie lässt sich bei Anleihen der negative Effekt steigender Zinsen abfedern?
Die Märkte haben auf die Zinserhöhungen stark reagiert und bei vielen Anlageklassen einen Abwärtstrend ausgelöst. Unser «Best-in-Class»-Anleihen-Ansatz mit Laufzeitbegrenzung zeigte einen stabilisierenden Effekt und macht die Kurserholung bereits jetzt vorhersehbar. Damit vereinen wir die Stärken diversifizierter Anlagelösungen mit den Vorteilen der Direktanlage: Planbarkeit, Transparenz und kosteneffiziente Risikosteuerung.

Unsere Kernaussagen im Überblick
- Steigende Zinsen sind derzeit das dominierende Thema an den Finanzmärkten
- Diese führen zu hoher Volatilität und einem Abwärtstrend in den meisten Anlageklassen
- Wie soll man in diesem Umfeld investieren, was sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Anlageformen
- Unser «Best-in-Class»-Ansatz vereint die Vorteile aller Anlageformen in einer Lösung und bewegt sich unabhängig vom Zinsumfeld zum definierten Laufzeitende hin auf den Nominalwert zu
Zinsen bleiben dominierendes Thema
Die Reaktion auf die Sitzung der US-Notenbank Fed vom Anfang Mai mit der Massnahme einer Leitzinserhöhung von einem halben Prozentpunkt hat einmal mehr verdeutlicht, wie stark die Finanzmärkte im Moment vom Ausblick der Zinsen abhängen. Obwohl der Zinsschritt den Markterwartungen entsprach, kam es in den darauffolgenden Tagen zu starken Bewegungen in allen Anlageklassen.
Ausblick ab zweiter Jahreshälfte
Die restriktive Kommunikation der Zentralbank wird in unseren Augen im zweiten Quartal anhalten. Damit werden sich die Zinsen weiterhin im Umfeld der Höchststände von 2018 (10-jährige US-Zinsen bei 3.25%) bewegen. Aufgrund der erwarteten Konjunkturabschwächung in der zweiten Jahreshälfte, gehen wir von einer Abnahme des Zinsdruckes in Richtung 2.5% aus. Dennoch bleibt das Thema Zinsen für die kommenden Jahre mit langsam ansteigenden Niveaus präsent und das Umfeld für Anleihen anspruchsvoll.
Grafik 1: Rendite 10-jährige Staatsanleihen auf dem Niveau von 2018
Quelle: Refinitiv Datastream
Vor- und Nachteile der einzelnen Anlageformen
Das derzeit herausfordernde Umfeld ist für Anleger schwierig und Kursverluste sind nicht zu vermeiden. Viele Anleger sind über unterschiedliche Anlageinstrumente wie ETFs, Direktanlagen oder Fonds investiert. Wir beleuchten die Vor- und Nachteile der einzelnen Anlageformen im aktuellen Umfeld und zeigen danach unseren «Best-in-Class»-Ansatz auf.
ETFs als «günstige Option»
ETFs sind in Bezug zu anderen Investmentvehikeln günstig in der Handhabung. Das zeigt die tiefe jährliche Gesamtkostenquote (TER, Total Expense Ration) auf, die in der Regel deutlich unterhalb derjenigen von aktiv gemanagten Fonds liegt. Allerdings sind ETFs mit konstanter Duration dem Zinsänderungsrisiko schutzlos ausgesetzt und machen die Marktbewegungen in vollem Umfang mit, was für Investoren in der aktuellen Situation nicht vorteilhaft ist.
Direktanlagen als Instrument zur Planbarkeit
Direktanlagen in Anleihen bringen aufgrund ihrer festen Laufzeit viele Vorteile mit sich wie Planbarkeit und Kalkulierbarkeit sowie die Rückzahlung zum Laufzeitende, die in der Regel zu 100% des investierten Kapitals erfolgt. Aber auch Direktanlagen können Nachteile aufweisen. Dies sind u.a. die grosse Stückelung mit hoher Mindestanlage, mangelnde Liquidität, die kostspielige Geld-Brief-Spanne beim Kauf/Verkauf sowie die fehlende Diversifikation.
Für einen Privatanleger lässt sich ein breit diversifiziertes Anleihenportfolio nur mit entsprechender Portfoliogrösse abbilden (ab ca. 10 Mio). Und selbst dann fehlen wichtige Performancetreiber wie beispielsweise der Zugang zum Primärmarkt mit Neuemissionen, der mehrheitlich institutionellen Anlegern vorbehalten ist.
Anleihenfonds zur Diversifikation
Investitionen über Anleihenfonds bieten generell eine gute Diversifikation und den Vorteil mit kleineren Beträgen Anlagen zu tätigen. Zudem erhält man indirekt Zugang zu Neuemissionen und profitiert von aktivem Management, was die Rendite optimieren kann. In der aktuellen Situation können Anleihenfonds aber auch einige Nachteile mit sich bringen. Hohe Zu- und insbesondere Abflüsse von Investorengeldern, gerade in Zeiten mit grossen Kursbewegungen, können Preistrends verstärken und sich für bestehende Investoren nachteilig auswirken. Auch sind Anleihenfonds grundsätzlich Zinsrisiken ausgesetzt - vergleichbar mit denen eines ETFs mit konstanter Duration (siehe Grafik).
Grafik 2: Unterschiedliches Zinsänderungsrisiko (Duration) zwischen Aktivem Fonds/ETF und unserer Anleihen-Strategie mit Laufzeitbegrenzung bis 2026
Quelle: Refinitiv Datastream, Colin&Cie
Manche Fondsmanager nutzen entsprechend «Short-Strategien» zur Laufzeiten- und Risikosteuerung. Dies kann jedoch gerade in sehr angespannten Marktphasen auch zusätzliche Risiken mit sich bringen. Die Simulation einer Short-Position in Staatsanleihen am Beispiel von 2018 zeigt, wie so ein zusätzlicher Performanceverlust entstehen kann. Der klassische Anleihenfonds wird so unberechenbar und kann zum intransparenten «Hedge Fund» mutieren.
Grafik 3: Nachteiliger Effekt von Short-Strategien, Simulation 2018
Quelle: Refinitiv Datastream
Unser «Best-in-Class»-Ansatz in der aktuellen Marktsituation
Colin&Cie hat sich bereits Mitte 2018 mit dem Risiko von steigenden Zinsen auseinandergesetzt und Massnahmen ergriffen. Bei Anlagen in Anleihen steht für uns das Thema Kapitalerhalt und Sicherheit an erster Stelle. Ab 2019 haben wir uns deshalb von einer klassischen Anleihen-Strategie verabschiedet und die Anlagerichtlinien der von uns exklusiv verwendeten Fondstrukturen mit einer Fixierung der Endlaufzeit noch stärker auf die Bedürfnisse und Ziele unsere Kunde ausgerichtet.
Über die Laufzeitbegrenzung simulieren wir so die wünschenswerten Eigenschaften einer Einzelanleihe wie Planbarkeit durch feste Laufzeiten und Rückzahlung zum Ende der Laufzeit zu 100%. Die Fondsstruktur bietet die Vorteile der breiten Diversifikation, den Zugang zu Anleihen in grosser Stückelung und durch ein professionelles Management die Sicherung einer hohen Zuteilungsquote bei Neuemissionen. Zudem lässt sich über die Exklusivität der Anlage der negative Effekt grosser Zu- und Abflüsse minimieren. Da neben der Planbarkeit, die Transparenz der getätigten Anlagen von zentraler Bedeutung ist, verzichten wir auf Short-Strategien und den Einsatz von derivativen Instrumenten.
Somit bieten wir unseren Kunden mit unserem Anleihenportfolio eine Lösung, die sich unabhängig vom Zinsumfeld zum definierten Laufzeitende hin auf den Nominalwert zubewegt. Denn mit der Fixierung der Laufzeit in unserer Anleihenstrategie nimmt die Sensitivität gegenüber steigenden Zinsen bis zum Laufzeitende 2026 stetig ab. Im aktuellen Umfeld von steigenden Zinsen bedeutet dies: der negative Effekt auf die Anleihen wird abgefedert.
Grafik 4: Erwartete schematische Entwicklung bis Laufzeitende 2026
Quelle: Refinitiv Datastream, Colin&Cie
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