Geschäftsbericht 2022
Colin&Cie mit positivem Ausblick

2022 war ein schwieriges Jahr an den Finanzmärkten und auch die Profitabilität von Colin&Cie sank in diesem Zeitraum leicht. Dennoch haben wir weitere Investitionen in Mitarbeitende getätigt. Dieser Trend soll auch im neuen Jahr fortgesetzt werden.

2021

Rückblick 2022

Nach dem Überwinden der Corona Pandemie von 2020 und 2021 erhofften sich viele eine Rückkehr zur Normalität. Doch mit dem Ausbruch des Russisch-Ukrainischen Kriegs im Februar 2022 wurde diese Hoffnung nicht erfüllt. Im Gegenteil, die geopolitische Situation und Sanktionen trieben die Verbraucherpreise und damit die Inflation in die Höhe. Die Zentralbanken waren gezwungen, die Zinsen deutlich anzuheben.

Anspruchsvolle Finanzmärkte

Hinter uns liegt eine Dekade der Null- oder gar Negativ-Zinspolitik. Und die Rückkehr zur Zins-Normalität ist eigentlich eine gute Nachricht. Doch kurzfristig führen steigende Zinsen zu fallenden Preisen an den Anleihen-Märkten. Da wir uns in unseren Mandaten für kurze Restlaufzeiten entschieden hatten, fiel dieser Kursrückgang weniger heftig aus. Dank der nun höheren Rendite ist der Ausblick für die nächsten Jahre im Bereich der Anleihen wieder attraktiv. Wir erwarten im Laufe des Jahres, dass die Zinsen wieder etwas zurückkommen und dadurch die Anleihenpreise steigen werden. Allfällige Kursrückgänge aus dem Jahr 2022 werden spätestens in den nächsten 2-3 Jahren kompensiert werden.

Auch die Aktien-Märkte litten unter den steigenden Zinsen aufgrund der hohen Inflation. Vor allem Technologie-Titel und kleinere Unternehmen (Small/Mid Caps), welche in den Jahren zuvor von den tieferen Zinsen profitiert hatten, mussten nun Abschläge hinnehmen. Auch dies ist nach unserer Einschätzung nur ein vorübergehender Effekt.

Lediglich die Alternativen Anlagen zeigten sich weitgehend immun gegen diese Entwicklungen und konnten mit wenigen Ausnahmen eine positive Rendite erzielen.

Investitionen in Mitarbeiterbasis

Im letzten Jahr konnten wir drei neue Mitarbeitende begrüssen. Per 1. März stiess Roland Gerritsen als Partner am Standort Zürich für den Markt Holland zu uns. Mitte August startete Pascal Moritz als Investment Officer ebenfalls in Zürich, zudem konnten wir in Luxemburg zeitgleich Patrick Henrich im Bereich Compliance dazugewinnen. Im Sinne unserer langfristig orientierten Geschäftsstrategie und unserem eher antizyklischen Handeln haben wir bereits im zu Ende gehenden Jahr begonnen, Investitionen in neue Partner aufzunehmen, um damit den Ausbau der bestehenden Standorte und den Aufbau neuer Standorte zu forcieren.

Profitabilität hat 2022 leicht abgenommen

Als Unternehmen sind wir eng mit den Entwicklungen an den Finanzmärkten und den Resultaten unserer Kundinnen und Kunden verbunden. Nach den sehr guten Resultaten in 2021 sind die Erträge in 2022 um rund 12% gesunken, während die Kosten moderat um etwa 1% anstiegen. Für 2023 erwarten wir eine Normalisierung an den Finanzmärkten und gehen davon aus, dass wir den Ertragsrückgang bereits in den nächsten Monaten kompensiert haben werden.

Obligatorische FINMA-Lizenz

Am 7. Juli 2022 erhielten wir in der Schweiz frühzeitig die zusätzlich erforderliche Lizenz für Vermögenverwalter der Eidgenössichen Finanzmarktaufsicht (FINMA). Diese Bewilligung wertet die Arbeit der Vermögensverwaltungsbranche auf, da sie das erste Mal im selben Gesetzesgefüge wie die Banken reguliert werden. Sie ist Voraussetzung für die Weiterführung der Geschäftstätigkeit von Colin&Cie, was für Kunden wie Mitarbeitende eine wichtige Sicherheit über 2022 hinaus darstellt. Von den rund 2'700 Vermögensverwaltern in der Schweiz erhielten 700 eine Lizenz, 1'000 stellten ihr Geschäft per Ende 2022 freiwillig ein und rund weitere 1'000 sind trotz abgelaufener Frist bei der Finanzmarktaufsicht noch hängig.

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