Lagebeurteilung & Ausblick für die nächsten sechs Monate

Unsere kurzfristige Einschätzung zur Entwicklung der Finanzmärkte und Anlageklassen. 

Lagebeurteilung_4_2026_DE_DECKBLATT.jpg

Rückblick - 3. Quartal 2026

Mit dem Wiederaufflammen des Konflikts im Nahen Osten rückte im dritten Quartal die Geopolitik in den Mittelpunkt des Marktgeschehens. Sorgen um die Ölversorgung trieben den Preis für Rohöl der Sorte Brent von rund 70 US-Dollar auf zeitweise über 105 US-Dollar je Barrel. In der Folge stiegen die Inflationserwartungen und die Renditen langfristiger Anleihen. Um den anhaltenden Preisauftrieb zu begrenzen und ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation zu unterstreichen, erhöhten die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank (Fed) im September ihre Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hielt ihr Leitzinsniveau hingegen unverändert.

Trotz geopolitischer Spannungen zeigten sich die Aktienmärkte robust. Unterstützt wurden sie insbesondere durch die verbesserte Konjunkturentwicklung. So hoben die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognose für 2026 von 0,6 auf 1,3 Prozent an. Die Aussicht auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum half, die Belastungen durch höhere Energiepreise und steigende Kapitalmarktzinsen abzufedern. Zudem festigte das weiterhin hohe Gewinnwachstum vieler Unternehmen deren Widerstandsfähigkeit gegenüber steigenden Finanzierungskosten.

Nach dem spürbaren Rückgang im zweiten Quartal konnte der Goldpreis wieder zulegen, verblieb auf Jahressicht jedoch im einstelligen Minus. Der Schweizer Franken schwächte sich im dritten Quartal sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem US-Dollar ab. Ausschlaggebend war die Ausweitung der Zinsdifferenz gegenüber beiden Währungsräumen, da EZB und Fed ihre Leitzinsen anhoben, während die SNB ihren Leitzins unverändert beliess.

Aktuelle Lagebeurteilung & Ausblick für die nächsten sechs Monate

Bestätigt durch die Vorlaufindikatoren in den USA, Deutschland und der Schweiz präsentiert sich die globale Konjunktur weiterhin robust. Auffällig ist jedoch, dass China aufgrund der anhaltenden Immobilienkrise sowie der schwachen Inlandsnachfrage hinter der Entwicklung vieler anderer Volkswirtschaften zurückbleibt. Als zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt zählt China zu den wichtigsten Impulsgebern der Weltkonjunktur. Die aktuelle wirtschaftliche Schwäche könnte ein erstes Signal dafür sein, dass die globale Wachstumsdynamik im Jahr 2027 an Tempo verliert.

Die Inflationserwartungen bleiben angesichts der geopolitischen Unsicherheiten sowie der gestiegenen Öl- und Energiepreise erhöht. Bis März 2027 werden daher weitere Leitzinserhöhungen der EZB und der Fed sowie eine erste geldpolitische Straffung durch die SNB erwartet. Die Rohölterminmärkte rechnen in den kommenden sechs Monaten mit einem deutlichen Preisrückgang und signalisieren damit eine mögliche Entspannung der Lage im Nahen Osten. Die Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte bleiben somit grundsätzlich günstig. Unterstützend wirken zudem der Abbau der kurzfristigen Überhitzung infolge der Konsolidierung im dritten Quartal, das starke Gewinnwachstum der Unternehmen sowie die attraktiven Bewertungen in den Schwellenländern.

Für Gold sprechen weiterhin die geopolitischen Risiken, während die erwarteten Zinserhöhungen der Notenbanken belastend wirken, da das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft. Die aktuelle Konsolidierungsphase dürfte daher noch nicht vollständig abgeschlossen sein. Die weitere Entwicklung von Inflation und Zinsen im Zusammenhang mit dem geopolitischen Geschehen bleibt ein zentraler Faktor und erfordert erhöhte Aufmerksamkeit.

Disclaimer – Rechtlicher Hinweis

Diese Publikation wurde durch das Investment Office der Colin&Cie Gruppe erstellt. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen und Ansichten beruhen auf Quellen, die wir als zuverlässig erachten. Dennoch können wir weder für die Zuverlässigkeit noch für die Vollständigkeit oder Richtigkeit dieser Quellen garantieren. Alle Informationen sowie angegebenen Kurse sind nur zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Publikation aktuell und können sich jederzeit ohne Vorankündigung ändern. Der Inhalt basiert auf zahlreichen Annahmen, die der Meinung der Colin&Cie Gruppe entstammen. Es gilt zu berücksichtigen, dass unterschiedliche Annahmen zu materiell unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Die Prognosen und Einschätzungen sind lediglich zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Publikation aktuell und können sich jederzeit ohne Vorankündigung ändern. Die Wertentwicklung einer Anlage in der Vergangenheit stellt keine Gewähr für künftige Ergebnisse dar. Manche Anlagen können plötzlichen und erheblichen Wertverlusten unterworfen sein. Diese Informationen und Ansichten begründen weder eine Aufforderung noch ein Angebot oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten oder zur Tätigung sonstiger Transaktionen. Interessierten Investoren empfehlen wir, ihren persönlichen Berater zu konsultieren, bevor sie auf der Basis dieses Dokumentes Entscheidungen fällen, damit persönliche Anlageziele, finanzielle Situation, individuelle Bedürfnisse und Risikoprofil sowie weitere Informationen im Rahmen einer umfassenden Beratung gebührend berücksichtigt werden können. Bei den in dieser Publikation enthaltenen Informationen handelt es sich um Marketingmaterial, das ausschliesslich zu Werbezwecken verbreitet wird.

Bitte einen modernen Webbrowser benutzen