Lagebeurteilung & Ausblick für die nächsten sechs Monate

Unsere kurzfristige Einschätzung zur Entwicklung der Finanzmärkte und Anlageklassen. 

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Rückblick - 2. Quartal 2026

Gemessen an den globalen Konjunktur-Frühindikatoren präsentierte sich die Weltwirtschaft weiterhin in einer robusten Verfassung. Die oft geäusserte Sorge, dass der technologische Wandel zu einem massiven Verlust von Arbeitsplätzen führt, hat sich bislang nicht bestätigt. Unterstützt durch die demographische Entwicklung und neue berufliche Tätigkeitsfelder blieben die Arbeitslosenquoten historisch niedrig. Die Aufnahme von Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA führte zu einem deutlichen Rückgang der Preise für Rohöl und Gas und damit zu einer spürbaren Abnahme des Inflationsdrucks. 
Die US-Notenbank (Fed) beliess die Leitzinsen unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh unverändert bei 3,50 % bis 3,75 %. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hielt ebenfalls an ihrer Nullzinspolitik fest. Im Gegensatz dazu reagierte die Europäische Zentralbank (EZB) auf die anhaltend hohen Verbraucherpreise und erhöhte den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 %.

Die Finanzmärkte zeigten im zweiten Quartal 2026 ein insgesamt freundliches Bild. Der Markt für Euro-Anleihen konnte seine Kursverluste des ersten Quartals überkompensieren und die globalen Aktienmärkte entwickelten sich ausgesprochen dynamisch. Dort zeigte sich gegen Quartalsende eine klassische Sektorenrotation: Investoren reduzierten ihre Engagements in konjunkturabhängigen Branchen und schichteten verstärkt in defensive Bereiche wie Gesundheit und Basiskonsumgüter um. Gold setzte nach dem aussergewöhnlich erfolgreichen Jahr 2025 und dem Höhepunkt Ende Januar 2026 seine Konsolidierung fort und gab im vergangenen Quartal gut 16 % nach. Die Möglichkeit steigender US-Leitzinsen in der zweiten Jahreshälfte 2026 stärkte den US-Dollar gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken.

Aktuelle Lagebeurteilung & Ausblick für die nächsten sechs Monate

Wie von Colin&Cie erwartet, hat sich auch der Iran-Konflikt – wie andere geopolitische Ereignisse in der Vergangenheit – nur kurzfristig negativ auf die Finanzmärkte ausgewirkt. Auch wenn inzwischen Friedensgespräche begonnen haben und an einer dauerhaften Lösung gearbeitet wird, bleibt die Lage angespannt. Ein Scheitern der Verhandlungen kann nicht ausgeschlossen werden. Die expansive Fiskalpolitik und das weiterhin niedrige Zinsniveau vieler Volkswirtschaften sollten das globale Wirtschaftswachstum weiterhin stützen. Wenn die im Zuge der Eskalation im Iran gestiegenen Verbraucherpreise jedoch nicht wie erwartet sinken, könnten insbesondere die Notenbanken in den USA und Europa veranlasst sein, die Leitzinsen anzuheben. Steigende Zinsen belasten Anleihen grundsätzlich, da die Kurse bestehender Titel sinken.

Entscheidend wird sein, ob sich die Energiepreise stabilisieren, da sie massgeblich über den weiteren Inflationsverlauf bestimmen. Aktuell ist von einer Stabilisierung des Rohölpreises (Sorte Brent) bei rund 70 US-Dollar pro Barrel auszugehen. Dies entspricht einem leicht höheren Preisniveau im Vergleich zum Stand Mitte Februar, kurz vor Ausbruch des Iran-Konflikts, da die Nachfrage durch das Wiederauffüllen der Lager erhöht bleibt. Die Aktienmärkte sollten weiterhin von der allgemein guten Konjunkturlage und den damit einhergehenden robusten Unternehmensgewinnen profitieren. Kurzfristige Schwankungen sind jedoch möglich, da geopolitische Entwicklungen und Inflationsdaten die Marktstimmung weiterhin beeinflussen. 

Disclaimer – Rechtlicher Hinweis

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