Lagebeurteilung & Ausblick für die nächsten sechs Monate
Unsere kurzfristige Einschätzung zur Entwicklung der Finanzmärkte und Anlageklassen.

Rückblick - 1. Quartal 2026
Nach drei sehr positiven Jahren starteten die globalen Aktienmärkte auch 2026 überwiegend freundlich – angeführt von starken Anfangsgewinnen in den Schwellenländern. Die Märkte in den USA, Deutschland und der Schweiz legten ebenfalls zu, wenn auch begleitet von erhöhten Schwankungen. Belastend wirkten geopolitische Risiken, handelspolitische Spannungen und die Unsicherheit über die langfristigen Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf einzelne Branchen. Weitere Zinssenkungen wurden aufgrund allgemein stabiler Inflationsraten nur in den USA erwartet. Der Goldpreis überschritt Ende Januar erstmals die Schwelle von 5‘000 US-Dollar. Mit dem Ausbruch des Irankriegs am 28. Februar veränderte sich die Marktlage abrupt.
Die Preise für Öl und Gas zogen deutlich an. Die Gefahr einer dauerhaften Verknappung fossiler Energieträger infolge blockierter Transportwege und zerstörter Förderanlagen schürte die Sorge vor weiter steigenden Energiekosten und höheren Inflationsraten. Viele Anleger reagierten verunsichert. In den USA, Deutschland und der Schweiz verzeichneten die Aktienmärkte spürbare Kursrückgänge. Aufgrund gestiegener Inflationserwartungen war der Spielraum für weitere Leitzinssenkungen in den USA nicht mehr gegeben. Stattdessen zogen die kurz- und langfristigen Zinsen an und führten zu fallenden Anleihekursen. Von seiner Funktion als «sicherer Hafen» profitierte der US-Dollar, der zum Euro und zum Schweizer Franken an Wert gewann. Das Umfeld höherer Renditen und die Stärke des US-Dollars belasteten den Goldpreis, der merklich nachgab.
Aktuelle Lagebeurteilung & Ausblick für die nächsten sechs Monate
Der Einfluss des Irankriegs auf die Weltwirtschaft lässt sich derzeit noch nicht abschliessend beurteilen. Vieles spricht jedoch dafür, dass das bislang robuste Wachstum an Dynamik verlieren dürfte. Als Faustregel gilt, dass ein Anstieg des Ölpreises um 10 US‑Dollar pro Barrel das globale Wirtschaftswachstum um rund 0,1 Prozentpunkte dämpft. Eine Rezession ist dennoch nicht zu erwarten, da sich die Arbeitsmärkte – insbesondere in Europa – stabil bis leicht verbessert zeigen. Zudem implizieren die aktuellen Future‑Preise einen tieferen Ölpreis in sechs Monaten. Die Verbraucherpreisentwicklung liegt weiterhin auf dem tiefsten Niveau der vergangenen Jahre, wobei ein erneuter Anstieg der Inflation erwartet wird. Mit ihrer aktuellen Geldpolitik wirken die Zentralbanken stabilisierend auf das wirtschaftliche Umfeld. Zudem lassen die nur leicht erhöhten Risikoaufschläge bei Anleihen auf eine temporäre Verunsicherung schliessen.
Das Gewinnwachstum der Unternehmen stützt die Aktienmärkte weiterhin, getragen von einer insgesamt soliden Konjunkturlage. Trotz des nachlassenden Momentums halten sich die meisten Indizes – abgesehen von Deutschland und den USA – weiterhin auf (Schweiz, Europa) oder oberhalb (UK, Schwellenländer) der Durchschnittskurse der letzten 200 Tage. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Konflikte bleibt das Risikoniveau erhöht. Die für die aktuelle Marktlage relevanten Vorlaufindikatoren zeigen derzeit aber keinen Anpassungsbedarf in unseren Strategien, sodass wir an der neutralen Positionierung sowie an der breit diversifizierten Titelselektion in den Anlageklassen Aktien, Anleihen und Alternative Anlagen festhalten.
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