Lagebeurteilung & Ausblick für die nächsten sechs Monate
Unsere kurzfristige Einschätzung zur Entwicklung der Finanzmärkte und Anlageklassen.

Rückblick - Q2 2025
Das vergangene Quartal begann mit einem Paukenschlag, als US-Präsident Donald Trump weitreichende Importzölle gegen die Handelspartner der Vereinigten Staaten verkündete. Die Sorge der Investoren vor einem weltweiten Konjunktureinbruch führte an den Finanzmärkten zu einer grossen Verunsicherung und starken Schwankungen. Mit der anschliessend milderen Tonlage der US-Regierung setzte wieder eine schrittweise Erholung ein. Geblieben ist ein Vertrauensverlust in die USA, der sich in der Schwäche des US-Dollars widerspiegelt. Dazu beigetragen hat auch der Zickzackkurs in der US-Fiskalpolitik. Hier wich der Wille zum Sparen rasch dem Ziel, über Staatsausgaben wirtschaftliche Impulse zu setzen – auf Kosten einer steigenden Schuldenlast.
Unterdessen setzte sich der rückläufige Inflationstrend in den führenden Industrieländern fort. Die Europäische Zentralbank und die Schweizerische Nationalbank reagierten darauf mit weiteren Zinssenkungen. Im Gegensatz dazu hielt die US-Notenbank angesichts der Möglichkeit höherer Zölle und eines damit verbundenen Inflationsanstiegs die Leitzinsen auf hohem Niveau stabil. Ähnliches Bild bei den langfristigen Zinsen: Während diese in Europa fielen, bewegten sie sich in den USA seitwärts.
Mit Ausnahme der Schweiz entwickelten sich die europäischen Aktienmärkte positiv. US-Aktien fanden nach einem enttäuschenden ersten Quartal 2025 wieder zu ihrer ursprünglichen Stärke zurück. In einem Umfeld, das von geopolitischen Krisenherden (Ukraine, Nahost) und weiteren Unsicherheiten (Zölle, Konjunktur, Staatsverschuldung) geprägt ist, setzte Gold seinen Aufwärtstrend fort. Der Devisenmarkt war massgeblich von der Schwäche des US-Dollars gekennzeichnet. Gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken summierten sich die Verluste des US-Dollars im ersten Halbjahr 2025 auf einen zweistelligen Prozentsatz.
Aktuelle Lagebeurteilung & Ausblick für die nächsten sechs Monate
Nachdem das globale Konjunkturumfeld bis zur Jahresmitte 2025 eine solide Entwicklung im Vergleich zum historischen Durchschnitt aufwies, verliert das Wachstum in den kommenden sechs Monaten an Dynamik. Ursache hierfür ist die anhaltende Verunsicherung auf Seiten der Verbraucher und Unternehmen, ausgelöst durch die weiterhin unklare Ausrichtung der US-Handelspolitik.
Die Inflationszahlen verharren sowohl in Europa als auch in den USA auf dem aktuellen Niveau. Die Europäische Zentralbank scheint am Ende ihres Zinssenkungszyklus angekommen zu sein und auch bei der Schweizerischen Nationalbank sind – nach dem kürzlich erfolgten Schritt auf 0,00 % - weitere Leitzinssenkungen bis Jahresende 2025 eher unwahrscheinlich. In den USA, wo die Notenbank den Leitzins seit Dezember 2024 unverändert lässt, wird in den nächsten sechs Monaten mit mehr als einer Zinssenkung gerechnet.
Die Aktienmärkte präsentieren sich im Allgemeinen stabil. In den USA werden die hohen Bewertungen durch robuste Unternehmensgewinne gerechtfertigt. Bei europäischen Aktien sorgt das niedrige Zinsumfeld in Verbindung mit einer sich aufhellenden konjunkturellen Stimmung für einen positiven Aufwärtsspielraum. Bezüglich der US-Dollar-Entwicklung ergibt sich ein uneinheitliches Bild und somit eine neutrale Einschätzung. Für ein Wiedererstarken der US-Währung spricht die hohe Trendabweichung, dagegen das aktuell starke Momentum und die Erwartung, dass sich der Vertrauensverlust in die USA nicht kurzfristig umkehren lässt.
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